Wie Einstein sagte, ist neben dem Universum einzig Dummheit unendlich. Menschen scheinen dazu prädestiniert, alles falsch zu machen. Das zeigt auch unsere Geschichte. Immer spielten Dinge wie Herrschaft, Steuern und Sklaverei eine Rolle, bis heute: Wir müssen im Schnitt 70 % unseres Einkommens als Steuern und Zinslast an den Staat und an das System ab geben. Ab wie viel Prozent wären wir Sklaven? Die besten Sklaven sind jene, die sich für frei halten! Wie ist das denn mit uns? Wir geben uns mit miserablen, globalen Situation zufrieden oder bemerken diese nicht einmal. Kaum jemand versteht mangels Zeit, sich damit zu beschäftigen, unser Geldsystem. Wir gehen lieber weiter fleißig zu unseren Einkommensstellen. Wir rennen im Hamsterrad und halten es von der Position darin für eine Karriereleiter.

Diese Natur des Menschen kann zwar nicht geändert werden. Allerdings können menschliche Eigenschaften verwaltet und so in humanistisch fortschrittliche Bahnen gelenkt werden, zum Wohle aller. Wichtig dabei ist, dass sich eine Alternative von unten entwickelt und nicht von oben herab allen aufgezwungen wird. Genau das kann das Informationsgeldsystem von Dr. Franz Hörmann bewerkstelligen. Er ist Professor für Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität in Wien sowie Informatiker. Das gab ihm ebenfalls Möglichkeit zur technischen Abschätzung seiner Idee. »Demokratie beginnt mit einem demokratischen Geldsystem.«, fasst er seine Kritik am Status quo zusammen. Leider bewegt er sich meiner Auffassung nach die letzte Zeit in eine zweifelhafte Richtung, wenn er unkritisch die WeRe‐Bank anspricht und einer politischen Partei beitritt. Das war meiner Erkenntnis nach noch nie eine Lösung. Ziel seines Systems ist jedenfalls, Ressourcen gegenüber Bedürfnissen effizient zu organisieren. Errungenschaften und Fortschritt sollten allen Menschen zu Gute kommen und nicht nur Politikern, reichen Leuten und Bürokratien. Das halte ich für wünschenswert.

Unser bisheriges Geldsystem beruht auf der doppelten Buchführung. Wenn Du 100 € bekommst, muss sie ein anderer weg gegeben haben. Auch in vielen alternativen Geldsystemen besteht diese Funktionsweise. Geld wird genauso behandelt, wie ein festes Gut. Problem daran ist, dass Menschen so nur an Güter gelangen können, wenn sie Kaufkraft besitzen. Produkte haben mitunter hohe Preise und können daher trotz ausreichender Verfügbarkeit nicht an die Bedürftigen gelangen. Zudem wird Kooperation erschwert. Bei dieser müssten sich die Einnahmen vervielfachen, damit alle Mitarbeiter einen Zuwachs an Einnahmen einnehmen. Wir nutzen gesetzlich Schuldgeld, welches ausschließlich aus der Kreditvergabe der Banken in Umlauf gebracht wird. Daraus resultiert ein Problem: Es existiert zusammen mit den Zinsen tatsächlich mehr Minus, mehr Schulden, als überhaupt Plus in Umlauf gebracht wurde! Wie sollen denn so bitte je alle Schulden zurück gezahlt werden? Es würde am Ende kein Geld mehr existieren, allerdings weiterhin ein Rest an Schulden. Wir spielen ›Die Reise nach Jerusalem‹.

Herrn Hörmanns System funktioniert ohne diese Prinzipien. Anderen muss kein „Geld“ bzw. Punkte weg genommen werden, um welche(s) zu erhalten. Für Waren oder Dienstleistungen, welche an die Gemeinschaft geben werden, erhalten Teilnehmer geschöpfte Punkte auf ihr Konto. Selbiges gilt für andere Dinge, die der Gemeinschaft nutzen. Dabei werden Punkte niemandem weg genommen. Wenn jemand eine Ware kauft oder Dienstleistung in Anspruch nimmt, werden Punkte gelöscht, nicht weiter gegeben.

Momentan muss sich der Mensch noch dem Geld anpassen. Wir arbeiten für das Geld und nicht das Geld für uns. Wir hören Verzweiflung: »Maschinen nehmen uns die Arbeit weg.« Warum profitieren nicht alle Menschen von diesem Fortschritt? Es ist doch gut, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen! Statt dessen gibt es unvorstellbare Armut und eine riesige finanzielle Unterschicht und auf der anderen Seite die Profiteure.

Wie viele Punkte jemand im neuartigen Systemkonzept verliert, wird daraus errechnet, wie selten das Produkt oder die Dienstleistung ist. Bei Überflussgütern – wie vermutlich Brot und sogar Autos – werden keine gelöscht. Somit wurde auf unglaubliche Weise eine bedingungslose Wohlstandversorgung erschaffen! Was der „Verkäufer“ auf sein Konto geschöpft erhält, wird unter Beachtung des Aufwandes und der Kosten von der Gemeinschaft entschieden. Da niemand etwas für die Bezahlung hergeben muss, entsteht tendenziell eine Großzügigkeit. Wenn durch ein Podukt beim „Verkauf“ zu viele Punkte entste­hen, wird das erst mal systemisch durch andere, seltene Produkte ausgeglichen. Bei diesen werden entsprechend Punkte vernichtet. Berechnet wird all dies durch einen Zentralrechner nach transparenten Mechanismen anhand vom Verhalten der Teilnehmer und den Ressourcen. Manipulationen am System wären sofort sichtbar und rückgängig zu machen. Steuern sind überflüssig, da die Aufrechterhaltung des Systems im System selbst mit Punkten finanziert werden kann. Eine steigende Anzahl von existierenden Punkten ließe sich jedoch auf Dauer nicht verhindern. Herr Hörmann erklärt im folgendem Video innerhalb einer Minute diese Frage einer möglichen Inflation im Informationsgeld.
Es handelt sich bei unserem aktuellen Geld auch um das einzige aktive Geschäftsmodell, bei dem etwas wertloses wie Punktezettel zeitgleich verkauft und verliehen wird. Erst wird das Scheingeld… äh… der Geldschein dem Hersteller mittels Staatsanleihen abgekauft und vom Menschen durch Steuern finanziert. Anschließend wird er bei der Bank von den selben Menschen ausgeliehen. Es beeindruckt doch sehr, dass sich so ein Geschäftsmodell über so lange Zeit halten konnte. Das ewige Wachstum als Notwendigkeit wegen den Zinseszinsen sorgt bisher für einen Arbeitszwang und erzeugt zudem eine Verschwendung der Ressourcen; beispielsweise unzähligen Neuwagen, die nur auf ihre Verschrottung warten. Förderung von Konkurrenz vergeudet Humankapital, da Menschen parallel forschen, obwohl sie zusammen arbeitend effizienter wären. Stellt euch nur vor, was für ein atemberaubendes Smartphone entstünde, wenn Hersteller zusammen arbeiteten und ihre Innovationen in einem Produkt vereinen!

Mit Hörmanns System wurde dies sowie das Problem von Arbeitsplätzen gelöst, denn jeder könnte leicht mit seinem Hobby die Punkte verdienen können. Menschen wären nicht mehr gezwungen, zu arbeiten. Das ist kein Problem, wie häufig angenommen wird. Einerseits wollen Menschen arbeiten. Das haben diverse Umfragen bestätigt. Zu Arbeitsmangel wird es somit nicht kommen. Andererseits müssen die Menschen in solch einem System noch im Durchschnitt drei Stunden pro Woche arbeiten, um den selben Lebensstandard, wie er aktuell im Westen vorherrscht, beizubehalten und für alle Teilnehmer zu erreichen. Das klingt unglaublich, doch durch den Wegfall von ineffizienter Konkurrenz, verschwenderischer Bürokratie und unnützer Arbeit ist das möglich! Gier sorgt aktuell dafür, dass andere Menschen, Tiere und die Erde Schaden davon tragen. Selbige würde Hörmanns neuem System übrigens sogar nützen, da der Gemeinschaft etwas gegeben werden muss, um viele Punkte zu erhalten. Menschen erhielten maximal mögliche Freiheit, nicht nur entsprechend der Werte des Voluntarismus. Ein besonders wichtiger Punkt hierbei ist, dass jeder dieses System verstehen kann! Nicht mal der Zwang bestünde, dieses System zu nutzen, denn es kann problemlos parallel zu anderen Systemen verwendet werden.